Der schleichendste Weg, eine Website kaputtzumachen, ist kein technisches Versagen, sondern fehlende Content-Pflege.
Eine Unterseite wird erstellt und nie wieder angefasst. Eine Produktseite enthaelt veraltete Preise. Ein Blog-Artikel verlinkt auf eine Seite, die nicht mehr existiert. Das Impressum wurde zuletzt vor Jahren aktualisiert.
Kein boeser Wille. Einfach: kein Prozess, keine Verantwortlichkeit, kein Review-Zyklus.
Was Content Governance tatsaechlich bedeutet
Nicht ein riesiges Regeldokument, das niemand liest. Sondern klare Antworten auf drei Fragen: Wer erstellt Content? Wer prueft und gibt frei? Wer ist verantwortlich, ihn aktuell zu halten?
Rollen im Content-Prozess
Der Content Creator schreibt und erstellt, der Content Editor prueft Qualitaet, Tonalitaet und SEO, der Content Owner ist fuer einen Themenbereich verantwortlich und stellt sicher, dass der Inhalt aktuell bleibt. Das muessen nicht drei verschiedene Personen sein, aber die Verantwortlichkeiten sollten klar getrennt sein.
Editorial Guidelines kompakt halten
Tonalitaet, Formatvorgaben, SEO-Basics wie Heading-Struktur und Keyword-Verwendung, sowie Bildrichtlinien passen in ein kompaktes Dokument von zehn bis zwanzig Seiten, das jeder tatsaechlich liest.
Der Content-Review-Zyklus
Jede wichtige Seite sollte mindestens einmal jaehrlich reviewt werden, aktive Blog-Artikel haeufiger. Am einfachsten laesst sich das ueber ein dokumentiertes letztes Review-Datum in einem beliebigen Tool steuern.
Checkliste: Content Owner fuer alle wichtigen Bereiche definiert, Review-Zyklus fuer wichtige Seiten festgelegt, Editorial Guidelines dokumentiert, Freigabe-Workflow fuer neuen Content definiert, 404-Monitoring aktiv.
Ein Beispiel aus der Praxis
Bei einer Website-Uebernahme fiel auf, dass etwa ein Drittel der ueber hundert Unterseiten seit mehr als drei Jahren nicht mehr aktualisiert worden war, mehrere davon mit veralteten Preisangaben und toten Links zu nicht mehr existierenden Partnerseiten. Ein einmaliger Cleanup war schnell erledigt, das eigentliche Problem lag jedoch im fehlenden Prozess. Erst die Einfuehrung eines jaehrlichen Review-Zyklus mit klar benannten Content Ownern pro Bereich verhinderte, dass sich dieselbe Verwahrlosung erneut ueber Jahre aufbaute.
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